Kunden um Bewertung bitten: Die richtige Formulierung + 25 Vorlagen (2026)

15 Min. Lesezeit

Die meisten Unternehmen haben kein Bewertungsproblem – sie haben ein Frage-Problem. 97 % der Konsumenten lesen Online-Bewertungen, bevor sie sich für ein lokales Unternehmen entscheiden, und 68 % ziehen nur Unternehmen mit mindestens 4 Sternen überhaupt in Betracht (BrightLocal Local Consumer Review Survey). Gleichzeitig bewerten zufriedene Kunden fast nie von selbst – unzufriedene dagegen schon.

Die gute Nachricht: Rund 70 % der Kunden hinterlassen eine Bewertung, wenn sie darum gebeten werden. Man muss nur fragen – zum richtigen Zeitpunkt, mit der richtigen Formulierung und auf dem richtigen Kanal.

In diesem Artikel finden Sie 25 Muster-Formulierungen für E-Mail, SMS, WhatsApp und das persönliche Gespräch, sortiert nach Branchen. Außerdem: was Google und das deutsche Wettbewerbsrecht erlauben (und was teuer werden kann), wie Sie mit einem Bewertungslink die Hürde für Ihre Kunden minimieren – und fünf fotografierte Praxis-Beispiele, wie andere Unternehmen um Bewertungen bitten: vom Abmahnrisiko bis zur Lösung zum Abschauen.

Warum sich das Bitten lohnt

Der Grund, warum das aktive Bitten so wirkungsvoll ist, liegt in einer Verzerrung: Negative Erfahrungen motivieren stärker als positive. Ein verärgerter Gast schreibt seine 1-Sterne-Rezension ganz ohne Aufforderung. Die 50 zufriedenen Gäste desselben Abends schreiben – nichts. Wer nicht aktiv um Bewertungen bittet, überlässt sein Google-Profil also systematisch den Unzufriedenen.

Dazu kommt der Sichtbarkeits-Effekt: Google Bewertungen beeinflussen, wie prominent Ihr Unternehmen in der lokalen Suche und auf Google Maps erscheint. Anzahl, Aktualität und Score Ihrer Rezensionen fließen in das lokale Ranking ein. Mehr Bewertungen bedeuten mehr Sichtbarkeit – und der Bewertungsscore wird direkt neben Ihrem Namen angezeigt:

Es reicht übrigens, wenn ein Teil Ihrer Kunden mitmacht. Schon 5–10 % Beteiligung verändern einen Bewertungsscore spürbar, wenn Sie systematisch alle Kunden bitten.

Was ist erlaubt? Google-Richtlinien und Rechtslage 2026

Bevor wir zu den Formulierungen kommen, das Wichtigste zur Rechtslage – denn hier passieren die teuersten Fehler.

Bitten ist ausdrücklich erlaubt

Google erlaubt und empfiehlt sogar, Kunden aktiv um Rezensionen zu bitten: “Sie können Kunden bitten, auf einen Google-Link zu klicken oder einen QR-Code zu scannen, um Rezensionen zu hinterlassen” (Google-Hilfe: Tipps für mehr Rezensionen). Voraussetzung: Die Bewertungen müssen auf echten Erfahrungen beruhen.

Drei Dinge sind verboten

  1. Anreize anbieten. Gutscheine, Rabatte, Geschenke oder Gewinnspiel-Teilnahmen als Gegenleistung für eine Bewertung gelten bei Google als “gefälschte Interaktionen” und sind streng verboten – und zwar auch dann, wenn Sie den Anreiz für jede ehrliche Bewertung anbieten, nicht nur für positive.
  2. Review Gating. Also: systematisch vorab die Stimmung abfragen und nur die zufriedenen Kunden zu Google weiterleiten, während unzufriedene abgefangen werden. Das gezielte Unterdrücken negativer Stimmen gilt wettbewerbsrechtlich als “falsche Darstellung von Bewertungen” (Anhang Nr. 23c zu § 3 Abs. 3 UWG) und verstößt gegen die Google-Richtlinien.
  3. Bewertungen kaufen. Gekaufte oder von Agenturen “gelieferte” Rezensionen sind der schnellste Weg zu Abmahnung und Profilsperrung.

Die Urteile dazu

Das ist keine Theorie – deutsche Gerichte haben mehrfach entschieden:

  • OLG Hamm, 2013 (Az. 4 U 48/13): Gutscheine für Bewertungen sind wettbewerbswidrig, weil der Kunde nicht mehr frei und unbeeinflusst bewertet.
  • OLG Frankfurt, 2019 (Az. 6 U 14/19): Bewertungen, die mit einer Gewinnspiel-Teilnahme “bezahlt” wurden, sind wettbewerbswidrig.
  • LG Hildesheim, 2021 (Az. 11 O 12/21): Ein Unternehmen versprach Kunden 50-Euro-Gutscheine für Google-Bewertungen – untersagt. Auch das Werben mit so entstandenen Bewertungen ohne Hinweis auf die Belohnung wurde verboten.
  • OLG Frankfurt, 2022 (Az. 6 U 232/21): Gekaufte Rezensionen ohne Kennzeichnung sind unzulässige getarnte Werbung.

Mitbewerber und Verbraucherzentralen mahnen solche Verstöße regelmäßig ab. Die Kosten übersteigen den Nutzen jeder einzelnen Bewertung um ein Vielfaches.

Noch ein Hinweis für Ihre Website: Wenn Sie Kundenbewertungen auf der eigenen Seite anzeigen (z. B. als Bewertungswidget), verlangt § 5b Abs. 3 UWG seit Mai 2022, dass Sie angeben, ob und wie Sie die Echtheit dieser Bewertungen sicherstellen. Ein reiner Link zu Ihrem Google-Profil löst diese Pflicht nicht aus.

Die richtige Formulierung: 5 Regeln

Alle 25 Vorlagen weiter unten folgen diesen Prinzipien:

  1. Persönlich sein. Name des Kunden, konkreter Bezug zum Besuch oder Kauf. Eine Nachricht, die nach Serienbrief klingt, wird ignoriert.
  2. Kurz bleiben. Sie bitten den Kunden bereits um seine Zeit. Drei bis fünf Sätze reichen.
  3. Einen Grund nennen. Menschen tun eher etwas, wenn sie ein “weil” hören – selbst wenn der Grund banal ist. Bewährt: “Sie helfen damit anderen Kunden, uns zu finden.”
  4. Die Hürde minimieren. Immer einen direkten Google-Bewertungslink mitschicken – ein Klick, Sterne, fertig. Wer den Kunden erst suchen lässt, verliert ihn.
  5. Nicht um eine positive Bewertung bitten. Bitten Sie um eine ehrliche Bewertung. Das ist nicht nur richtlinienkonform, es klingt auch souveräner.

Wann und wen bitten?

Timing: So nah am Erlebnis wie möglich – solange die Erinnerung frisch und die Zufriedenheit spürbar ist. Faustregeln je Situation:

  • Gastronomie, Friseur, Dienstleistung vor Ort: am selben Tag, idealerweise direkt danach
  • Handwerk, Projekte: unmittelbar nach der Abnahme, wenn der Kunde das Ergebnis lobt
  • Produkte / Online-Shop: ca. eine Woche nach Lieferung, damit der Kunde testen konnte
  • Hotel / Ferienwohnung: am Abreisetag oder 1–2 Tage danach

Wen: Alle Kunden – nicht nur die, von denen Sie eine 5-Sterne-Bewertung erwarten (siehe Review Gating oben). Aber: Verschicken Sie keine Rundmail an den gesamten Kundenstamm auf einmal. Ein plötzlicher Schwall von Bewertungen wirkt auf Google wie Manipulation (Googles Richtlinie: “Fordern Sie von Kunden keine Rezensionen in größeren Mengen an”). Bitten Sie kontinuierlich, Kunde für Kunde, im natürlichen Rhythmus Ihres Geschäfts.

Ein Kundenfeedback-System wie Targetbox automatisiert genau das: Es fragt jeden Kunden zeitnah nach seiner Zufriedenheit und erinnert ans Bewerten – gleichmäßig und ohne dass Sie daran denken müssen.

25 Vorlagen: Kunden um eine Bewertung bitten

Alle Vorlagen dürfen Sie frei übernehmen und anpassen. Ersetzen Sie die Platzhalter in [eckigen Klammern] und hängen Sie überall Ihren Bewertungslink an.

Vorlagen für E-Mail

1. Nach einem Produktkauf

Hallo [Name],

vielen Dank für Ihren Kauf von [Produkt] bei [Unternehmensname]! Wir hoffen, Sie sind rundum zufrieden.

Dürfen wir Sie um einen kleinen Gefallen bitten? Eine kurze Google-Bewertung dauert nur eine Minute – und hilft anderen Kunden, uns zu finden:

[Bewertungslink]

Falls irgendetwas nicht passt, antworten Sie einfach auf diese E-Mail. Wir kümmern uns.

Herzliche Grüße [Name], [Unternehmensname]

2. Nach einer Dienstleistung

Hallo [Name],

danke, dass Sie sich für [Unternehmensname] entschieden haben! Wir hoffen, Sie waren mit [Leistung] zufrieden.

Wie war Ihre Erfahrung mit uns? Über eine ehrliche Bewertung bei Google würden wir uns sehr freuen – sie hilft anderen, die gerade nach [Leistung] suchen:

[Bewertungslink]

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal! [Name], [Unternehmensname]

3. Für Stammkunden

Hallo [Name],

Sie sind schon lange Kunde bei uns – dafür zuerst einmal: danke!

Genau Ihre Erfahrung ist für Menschen wertvoll, die uns noch nicht kennen. Würden Sie sich zwei Minuten nehmen und uns bei Google bewerten?

[Bewertungslink]

Das bedeutet uns wirklich viel. [Name], [Unternehmensname]

4. B2B / Geschäftskunden

Guten Tag [Name],

vielen Dank für die gute Zusammenarbeit bei [Projekt]. Es hat uns gefreut, dass wir [Ergebnis] gemeinsam umsetzen konnten.

Empfehlungen sind in unserer Branche das wichtigste Argument. Würden Sie Ihre Erfahrung mit uns in einer kurzen Google-Bewertung teilen?

[Bewertungslink]

Herzlichen Dank – und auf weitere gemeinsame Projekte! [Name], [Unternehmensname]

Vorlagen für SMS und WhatsApp

Kurznachrichten haben deutlich höhere Öffnungsraten als E-Mails – halten Sie sie aber wirklich kurz:

5. Allgemein

Hallo [Name], danke für Ihren Besuch bei [Unternehmensname]! Waren Sie zufrieden? Über eine kurze Google-Bewertung freuen wir uns sehr: [Bewertungslink]

6. Locker (Du-Form)

Hi [Name], schön, dass du da warst! Wenn’s dir bei uns gefallen hat: Eine Google-Bewertung dauert 60 Sekunden und hilft uns riesig 🙂 [Bewertungslink]

7. Nach einem Termin

Guten Tag [Name], vielen Dank für Ihren Termin heute. Ihre Meinung hilft uns und anderen Kunden: [Bewertungslink] – Ihr Team von [Unternehmensname]

8. Erinnerung (einmalig, einige Tage später)

Hallo [Name], vor ein paar Tagen waren Sie bei uns – falls Sie kurz Zeit haben, freuen wir uns immer noch über Ihre Google-Bewertung: [Bewertungslink]. Danke!

Wichtig bei SMS/WhatsApp: Sie brauchen die Einwilligung des Kunden, ihn auf diesem Kanal zu kontaktieren.

Formulierungen für das persönliche Gespräch

Die mündliche Bitte ist die wirksamste von allen – vor allem, wenn der Kunde gerade Lob ausgesprochen hat:

9. Nach einem Lob

“Das freut mich wirklich sehr! Dürfte ich Sie um etwas bitten? Genau das, was Sie gerade gesagt haben, würde anderen Kunden bei der Entscheidung helfen. Wir haben eine Karte mit QR-Code – damit sind Sie in einer Minute bei unserer Google-Seite.”

10. An der Kasse / beim Abschied

“Wenn Sie zufrieden waren: Wir freuen uns immer über eine Google-Bewertung. Hier ist eine Karte mit dem direkten Link – dauert wirklich nur eine Minute.”

11. Nach Projektabschluss (Handwerk, Dienstleistung)

“Schön, dass alles zu Ihrer Zufriedenheit ist! Als kleiner Betrieb leben wir von Empfehlungen. Wenn Sie unsere Arbeit bei Google bewerten würden, wäre uns das eine große Hilfe – ich schicke Ihnen gleich den Link per E-Mail.”

Vorlagen für Rechnung, Signatur und Aushang

12. Hinweis auf der Rechnung / dem Lieferschein

Zufrieden mit uns? Bewerten Sie uns auf Google – Ihre Meinung hilft anderen Kunden: [Kurzlink oder QR-Code]

13. E-Mail-Signatur

PS: Ihre Meinung zählt! ★★★★★ Bewerten Sie uns auf Google: [Bewertungslink]

14. Aufsteller / Aushang im Geschäft

Waren Sie zufrieden? Scannen Sie den QR-Code und bewerten Sie uns auf Google – dauert nur eine Minute. Vielen Dank!

Eine kostenfreie Druckvorlage für “Bewerten Sie uns auf Google”-Karten und Aufsteller finden Sie in unserem Blog.

Branchen-Vorlagen

15. Restaurant / Café

Hallo [Name], danke für Ihren Besuch im [Restaurantname]! Hat es Ihnen geschmeckt? Über eine Google-Bewertung freut sich das ganze Team – und Sie helfen anderen Gästen bei der Restaurantwahl: [Bewertungslink]

16. Hotel / Ferienwohnung

Liebe/r [Name], vielen Dank für Ihren Aufenthalt bei uns! Wir hoffen, Sie hatten eine erholsame Zeit. Würden Sie Ihre Eindrücke in einer kurzen Google-Bewertung teilen? Damit helfen Sie zukünftigen Gästen bei der Planung: [Bewertungslink] – Gute Heimreise wünscht Ihr Team vom [Hotelname]!

17. Friseur / Kosmetik (Du-Form)

Hi [Name], danke für deinen Besuch! Wir hoffen, du fühlst dich rundum wohl mit deinem neuen Look. Magst du uns bei Google bewerten? Das hilft uns mehr, als du denkst 💛 [Bewertungslink]

18. Handwerksbetrieb

Guten Tag [Name], vielen Dank für Ihren Auftrag! Wir hoffen, Sie sind mit [Leistung, z. B. “der neuen Badsanierung”] zufrieden. Als Handwerksbetrieb leben wir von Weiterempfehlungen – über eine ehrliche Google-Bewertung freuen wir uns deshalb besonders: [Bewertungslink]

19. Autohaus / Kfz-Werkstatt

Guten Tag [Name], Ihr Fahrzeug ist wieder fit! Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Wie zufrieden waren Sie mit unserem Service? Eine kurze Google-Bewertung hilft anderen Autofahrern bei der Werkstattwahl: [Bewertungslink]

20. Arztpraxis / Therapie

Guten Tag, vielen Dank für Ihren Besuch in unserer Praxis. Wenn Sie mit Behandlung und Betreuung zufrieden waren, freuen wir uns über eine Bewertung bei Google – so finden auch andere Patienten den Weg zu uns: [Bewertungslink] – Ihr Praxisteam

Hinweis: Aus Datenschutzgründen ohne Namen und ohne Bezug zum Behandlungsanlass formulieren.

21. Einzelhandel

Hallo [Name], danke für Ihren Einkauf bei [Geschäftsname]! Gefällt Ihnen [Produkt]? Mit einer kurzen Google-Bewertung helfen Sie uns als lokalem Geschäft mehr, als Sie denken: [Bewertungslink]

22. Online-Shop

Hallo [Name], Ihre Bestellung ist hoffentlich gut angekommen und Sie hatten schon Zeit, [Produkt] auszuprobieren. Wie ist Ihr Eindruck? Über eine ehrliche Bewertung freuen wir uns sehr: [Bewertungslink] – Bei Problemen sind wir jederzeit für Sie da: einfach auf diese E-Mail antworten.

23. Fitnessstudio / Kurse (Du-Form)

Hi [Name], stark, dass du seit [Zeitraum] bei uns trainierst! 💪 Magst du deine Erfahrung bei Google teilen? Damit hilfst du anderen, den Einstieg zu finden: [Bewertungslink]

24. Agentur / Beratung

Guten Tag [Name], vielen Dank für das Vertrauen in unsere Arbeit bei [Projekt]. Referenzen sind für uns das wichtigste Aushängeschild: Würden Sie Ihre Erfahrung mit uns in einer Google-Bewertung zusammenfassen? [Bewertungslink] – Herzlichen Dank!

25. Immobilienmakler

Guten Tag [Name], herzlichen Glückwunsch noch einmal zu [Ihrer neuen Wohnung / dem erfolgreichen Verkauf]! Wenn Sie mit unserer Betreuung zufrieden waren, würden Sie das in einer kurzen Google-Bewertung teilen? Gerade bei so einer Vertrauensentscheidung orientieren sich viele an den Erfahrungen anderer: [Bewertungslink]

Jede Vorlage steht und fällt mit dem direkten Link. Ohne ihn muss der Kunde Ihr Unternehmen googeln, das richtige Profil finden, zum Bewertungsbereich scrollen – bei jeder dieser Hürden verlieren Sie einen Teil der Willigen.

Mit einem Google-Bewertungslink öffnet sich beim Kunden direkt das Bewertungsfenster mit den fünf Sternen. Wie Sie Ihren persönlichen Link in zwei Minuten erstellen (inklusive QR-Code für Karten und Aufsteller), zeigen wir hier: Google-Bewertungslink erstellen.

Übrigens: Kunden ohne Google-Konto können nicht bewerten – was Sie diesen Kunden anbieten können, lesen Sie hier.

Häufige Fehler beim Bitten um Bewertungen

  • Rundmail an alle: Bewertungsschwemme wirkt manipuliert, Google filtert auffällige Muster. Kontinuierlich statt auf einen Schlag bitten.
  • Gutschein oder Rabatt versprechen: Abmahnrisiko (siehe Urteile oben) plus Verstoß gegen Google-Richtlinien.
  • Nur zufriedene Kunden bitten: Review Gating – verboten. Bitten Sie alle, und nutzen Sie kritisches Feedback als Frühwarnsystem.
  • Um “5 Sterne” bitten: Bitten Sie um eine ehrliche Bewertung, nicht um eine Bestnote.
  • Keinen Link mitschicken: Jeder zusätzliche Klick kostet Bewertungen.
  • Nicht auf Bewertungen reagieren: 89 % der Konsumenten bevorzugen Unternehmen, die auf alle Bewertungen antworten. Wie man gut antwortet, zeigen wir hier.

5 Beispiele aus der Praxis: von verboten bis vorbildlich

Wie sieht das Ganze im Alltag aus? Die folgenden fünf Fotos sind uns in echten Geschäften begegnet – und sie zeigen die ganze Bandbreite: vom Abmahnrisiko bis zur Lösung, die man sich abschauen sollte.

Beispiel 1: Belohnung fürs Bewerten – verboten

Aushang an einer Ladentheke: „Bewertung vorzeigen – 1 Kugel Eis gratis“ neben einem Google-Bewertungs-QR-Code

„Bewertung vorzeigen – 1 Kugel Eis gratis!!“ Das ist exakt der Fall aus den Urteilen weiter oben: eine Gegenleistung für die Bewertung. Dass es hier nur um eine Kugel Eis geht und nicht um einen 50-Euro-Gutschein wie im Hildesheim-Urteil, spielt keine Rolle – verboten ist der Anreiz an sich, nicht erst eine bestimmte Höhe. Google wertet so entstandene Rezensionen als gefälschte Interaktion und kann sie löschen, Mitbewerber können abmahnen. So sympathisch die Idee wirkt: Finger weg.

Beispiel 2: Schön gestaltet – aber ohne Weg zur Bewertung

Tischaufsteller einer Burger-Kette: professionell gestaltete Karte mit Google-Logo, aber ohne QR-Code oder Bewertungslink

Eine Burger-Kette bittet auf einem hübschen Tischaufsteller: „Share your Experience“. Professionelles Design, sympathisches Foto, Google-Logo – aber es fehlt das Entscheidende: kein QR-Code, kein Link, keine Anleitung. Der Gast müsste am Tisch selbst das Unternehmen googeln, das richtige Profil finden und zum Bewertungsbereich scrollen. Genau an dieser Hürde (Regel 4) verlieren Sie die meisten Willigen. Schönes Design ersetzt den direkten Weg nicht.

Beispiel 3: QR-Code vorhanden – aber lieblos

Aufsteller in einem Elektronikgeschäft: „Leave a Google Review“ mit großem QR-Code, ohne Begründung und ohne gut lesbaren Unternehmensnamen

„Leave a Google Review“ plus QR-Code – immerhin, das funktioniert. Aber die Karte lässt viel liegen: kein Dank, kein Grund („Sie helfen damit anderen Kunden“ – Regel 3 fehlt komplett), und der Unternehmensname steht nur klein im Logo. Wer den QR-Code nicht scannen mag und das Unternehmen lieber selbst sucht, bekommt keine Hilfe. Dazu konkurriert der Aufsteller direkt neben anderen Schildern und QR-Codes um Aufmerksamkeit. Funktional ja – aber eine Bitte ohne „Bitte“.

Beispiel 4: Fast richtig – nur zu viel auf einmal

Tischaufsteller eines Restaurants: freundlicher zweisprachiger Text, QR-Code mit Schritt-für-Schritt-Anleitung, dazu Tripadvisor-, Google- und Social-Media-Logos

Dieses Restaurant macht vieles richtig: ein freundlicher Text mit echtem Grund („Über eine Bewertung von euch würden wir uns sehr freuen“), zweisprachig, QR-Code mit 1-2-3-Anleitung. Die Schwäche: Die eine Karte will drei Dinge gleichzeitig – Google-Bewertung, Tripadvisor-Bewertung und „Like & Follow“ auf drei Social-Media-Kanälen. Der eine QR-Code kann aber nur zu einem Ziel führen, und jede zusätzliche Botschaft verwässert die eigentliche Bitte. Besser: eine Karte, ein Ziel. Wer auch Social-Media-Follower möchte, nimmt dafür eine zweite Karte.

Beispiel 5: Vorbildlich – Hürde nahe null

NFC-Aufsteller einer Physiotherapie-Praxis: „Bewerte uns auf Google – Handy dranhalten oder QR-Code scannen“

Eine Physiotherapie-Praxis zeigt, wie es geht: ein kleiner NFC-Aufsteller am Empfang – Handy dranhalten oder QR-Code scannen, mehr steht nicht drauf. Eine einzige, klare Botschaft, zwei Wege ans Ziel, die Hürde liegt praktisch bei null. Das einzige, was hier noch fehlt, ist ein kurzes „Warum“ – und genau das lässt sich an der Rezeption mündlich ergänzen. Die Kombination aus Aufsteller und persönlicher Bitte (Vorlagen 9 und 10) ist ohnehin die wirksamste von allen.

Das Muster hinter allen fünf Beispielen: Kein Anreiz, ein einziges klares Ziel, ein Grund – und der Weg zur Bewertung so kurz wie möglich. Wie Sie Ihren eigenen Google-Bewertungslink samt QR-Code erstellen, zeigen wir Schritt für Schritt; eine fertige Druckvorlage für Karten und Aufsteller gibt es ebenfalls.

Ein legaler Anreiz: Gutes tun statt Gutschein

Materielle Anreize sind tabu – aber es gibt einen Weg, Kunden zusätzlich zu motivieren, ohne Richtlinien oder Gesetz zu verletzen: ReviewForest. Dabei spendet Ihr Unternehmen für jede Bewertung einen Baum. Der Bewertende erhält keine persönliche Gegenleistung (das ist der entscheidende Unterschied zum Gutschein), tut aber gemeinsam mit Ihnen etwas Gutes – und genau das erwähnen viele Kunden sogar in ihrer Rezension.

Zusammenfassung

Kunden bewerten gern – sie müssen nur gefragt werden, und das Bewerten muss einfach sein. Das Rezept:

  1. Jeden Kunden bitten, zeitnah zum Erlebnis, ohne Vorfilterung
  2. Kurz und persönlich formulieren – die 25 Vorlagen oben sind Ihr Startpunkt
  3. Bewertungslink oder QR-Code immer mitgeben
  4. Keine Anreize, kein Review Gating, keine gekauften Bewertungen
  5. Auf Bewertungen antworten – auch auf kritische

Wer das nicht für jeden Kunden von Hand machen will, kann den Prozess mit einem Bewertungsmanagement-System wie Targetbox automatisieren: Zufriedenheit messen, ans Bewerten erinnern, Bewertungen im Blick behalten – für jeden Kunden, ohne dass es im Alltag untergeht.

Häufige Fragen

Darf ich Kunden um eine Google-Bewertung bitten?

Ja. Google erlaubt es ausdrücklich, Kunden um Rezensionen zu bitten – etwa per Link oder QR-Code. Verboten sind nur Gegenleistungen (Gutscheine, Rabatte, Geschenke) und das gezielte Aussortieren unzufriedener Kunden (Review Gating).

Darf ich für eine Bewertung einen Gutschein oder Rabatt anbieten?

Nein. Das verstößt gegen die Google-Richtlinien und ist in Deutschland wettbewerbswidrig. Das LG Hildesheim hat 2021 (Az. 11 O 12/21) einem Unternehmen untersagt, 50-Euro-Gutscheine für Google-Bewertungen zu versprechen. Abmahnungen durch Mitbewerber sind die Folge.

Wie viele Kunden hinterlassen eine Bewertung, wenn man sie bittet?

Laut der BrightLocal Local Consumer Review Survey hinterlassen rund 70 % der Kunden eine Bewertung, wenn sie darum gebeten werden. Die meisten Unternehmen werden nicht schlecht bewertet – sie werden schlicht zu selten bewertet, weil sie nie fragen.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um nach einer Bewertung zu fragen?

So kurz wie möglich nach dem positiven Erlebnis: im Restaurant noch am selben Tag, beim Handwerker direkt nach der Abnahme, bei Produkten etwa eine Woche nach der Lieferung, damit der Kunde das Produkt testen konnte.